Zeit der Stille

IST ALLES EINS ODER IST ALLES LEER?

Heute in der Sternschnuppennacht im Freien liegend, dachte ich nach, ob und wie das für mich ist.

Heute in der Sternschnuppennacht im Freien liegend, dachte ich nach, ob und wie das für mich ist. Während Advaita Vedanta von dem absoluten und unveränderlichen Seinsbewusstsein ausgeht, das alles mit allem verbindet und es dadurch eine Alleinheit (Ich bin Brahman!) gibt, gibt es im Buddhismus kein eigenes Selbst, d.h. die Leerheit aller Dinge. Als Metapher könnte man den Ozean und eine Welle nehmen. Advaita Vedanta sagt, du bist nicht die Welle, sondern Wasser, – untrennbar mit allem verbunden. Der Buddhismus meint, die Welle ist nur die Form, die nur durch Bedingungen (Wind, Wetter, Strömungen, ect.) existiert. Es gibt kein festes Selbst.

Aber ist das so eine unterschiedliche Sicht, die sich auf unser Leben auswirkt?

Ich denke nicht. Ob leer oder ob alles mit allem verbunden ist, feststeht, dass die Vorstellung des getrennten Seins eine Illusion ist.

Damit hört sich jedes ich gegen andere und jedes wir, das andere ausschließt komplett auf. Damit fällt sogar die Toleranz und Akzeptanz, denn egal ob leer oder miteinander verbunden, die äußere Erscheinungswelt, das oder die Andere oder der Andere sind nur verschiedene Formen, die entweder aus bestimmten Bedingungen entstanden oder leer sind, weil es kein eigenes Selbst gibt.

Heißt das nicht in weiterer Folge, dass wir auf ewig in einer Illusion gefangen sind, wenn wir uns permanent spalten lassen?

Ich gebe zu, dass mir das oft passiert. Ich höre, sehe oder lese etwas, was mir nicht in mein begrenztes Konzept passt und ZACK spalte ich mich mit selbstgerechter Empörung davon ab. Doch eigentlich sind das alles nur Spielarten vom Sein und wenn es auch wichtig ist gegen Ungerechtigkeit, Rassismus, Hass, Gewalt und alle Spielarten, die das Getrenntsein feiern, entschieden aufzutreten, geht es darum sich immer und immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass WIR alle und alles inkludiert, egal ob wir EINS sind oder es kein eigenes Selbst gibt. (Konsequent weitergedacht, hört sich dann jede Begrenzung auf – doch das ist dann wohl nicht mehr auf dieser Welt.)

Ich wünsche euch einen Tag in dem die Verbundenheit zu allem deutlich und gefeiert wird. CM