Vergebung ist wohl eines der schwierigsten Dinge, die wir als Menschen durchleben und eines der größten Geschenke, die wir auch uns selbst geben können. Viele von uns gehen, gerade jetzt in so herausfordernden Zeiten, durch sehr viel Schmerz und es erscheint so viel einfacher diesen Weg abzukürzen, wenn wir mit Schuldzuweisungen arbeiten.
Doch ist das wirklich der Weg in die Freiheit?
Es gibt ein sehr bekanntes Modell in der Positiven Psychologie namens REACH, das in 5 Schritten eine Möglichkeit bietet den Weg der Vergebung zu gehen. Wobei R für Recall steht, also sich ein schmerzhaftes Ereignis noch einmal anzusehen und zu durchfühlen. Gefühle wie Ärger, Wut, Trauer, Ohnmacht, Hoffnungs- und oder Ausweglosigkeit, uvm. kommen hoch und wollen noch einmal gefühlt werden, damit sie uns bewusstwerden und losgelassen werden können.
Doch so einfach das auch klingen mag, je größer der Schmerz in uns ist, je mehr uns weh getan wurden und je länger wir gelitten haben, desto schwieriger ist es da wieder rauszukommen.
Oft ist der Schmerz so tief vergraben, dass ein bloßes Erinnern nicht ausreicht. Wir begeben uns dann unbewusst oft in ähnliche Situationen, denn tief in uns drin wollen wir die Befreiung von diesen so belastenden Erinnerungen.
Manchmal schieben wir diese schmerzhaften Gefühle auch immer und immer wieder zur Seite, denn die Erinnerungen tun so weh, dass wir es nicht aushalten.
Vor allem Kindheitserfahrungen prägen uns am meisten. Wenn diese sehr schmerzhaft waren, dann können wir diese oft nicht sofort auflösen. Dazu fehlt uns die Unterstützung und oder die richtige Umgebung. So basteln wir uns selbst eine Strategie, die unser Überleben sichert. Das kann Anpassung, Rebellion, Sucht, usw. sein, aber auch einschränkende Glaubenssätze und Verhaltensmuster entspringen oft aus Erfahrungen aus unserer Kindheit. Doch irgendwann verwandelt sich das in eine energieraubende und sehr belastende Situation.
Nur mit viel Geduld, viel Verständnis für sich selbst, viel Selbstfürsorge und Selbstliebe lassen sich Schritt für Schritt diese Erinnerungen neutralisieren und die daraus entstandenen Gefühle auflösen. Manchmal brauchen wir dabei auch Hilfe.
Doch wie groß der Schmerz auch sein mag, wie unglaublich schwierig uns es auch erscheint zu vergeben, es lohnt sich IMMER, denn am Ende winkt die FREIHEIT, die SELBSTBESTIMMUNG und wesentlich mehr positive ENERGIE.
Im nächsten Blogbeitrag kommt das E für Empathie.
Ich wünsche alle Unterstützungen, die ihr braucht und die ihr euch wünscht, um mit euren schmerzhaften Erinnerungen gut zurecht zu kommen. CM