UNWISSENHEIT BEGREIFT DIE WELT NICHT UND VERGISST, WER WIR WIRKLICH SIND.
aus dem Buch „Das weise Herz“ von Jack Kornfield.
Nach Kornfield gibt es drei Ebenen der Unwissenheit:
Heute genauer die 2. Ebene: LEUGNEN
Sie geht tiefer als die UNACHTSAMKEIT.
Wir erfahren etwas und können es einfach nicht glauben, ja wir wollen es nicht glauben. In dieser Geisteshaltung machen wir alles, um die Illusion aufrecht zu erhalten.
Diesen Zustand gibt es individuell als auch kollektiv. Gute Beispiele sind weltweite Krisen, die durch Angst schüren anstatt Hoffnung und aus verschiedenen Gründen aufrecht gehalten werden. Auf individueller Ebene verschließen wir vielleicht die Augen vor Schwierigkeiten in der Ehe, im Beruf, vor Depressionen oder Süchten. Wir tun so als wären sie einfach nicht da. In diesem Zustand beginnen wir möglicherweise eine Affäre und glauben die romantische Verblendung würde ewig andauern oder wir wollen einfach nicht wahrhaben, dass unsere Eltern alt werden, unsere Kinder Schwierigkeiten haben, usw..
Doch wie können wir dem begegnen?
Ajahn Chah (ein theravada-buddhistischer Mönch aus dem 20 Jhd.) half seinen Schülern indem er sie auf die Selbstverleugnung hinwies.
Er meinte dazu: „SUCHE NACH MOMENTEN DER KLARHEIT. HALTE DICH AN ERFAHRUNGEN, NICHT AN DEM VERWIRRTEN GEIST. FINDE DEN UNTERSCHIED HERAUS.“
Nach meiner Erfahrung ist das anfangs hart und unangenehm.
Ent-Täuschungen sind gekoppelt mit einer Reihe von Gefühlen von denen man üblicherweise weglaufen möchte. In den allermeisten Fällen haben wir ja genau deswegen die Illusion aufrechterhalten. Sie ist im Unterschied zur Realität viel angenehmer und erlaubt uns in Tagträumen und Phantasien zu ergehen.
Doch wenn wir uns nicht freiwillig stellen, dann weckt uns irgendjemand oder irgendetwas auf, und das ist nicht nur weit aus unangenehmer, sondern meist viel dramatischer in den Konsequenzen und lässt dann auch kaum mehr Handlungsspielräume oder Wahlmöglichkeiten offen. Daher lohnt es sich immer nicht in eine Illusion zu flüchten, sondern, wenn möglich, sich seinen Gefühlen wie Angst, Trauer, Wut, usw. zu stellen.
Ich wünsche euch einen Tag in dem die Realität eure Phantasiewelt bei weitem übertrifft und euch glücklich macht.
Bei mir war und ist das durch und mit meinem Sohn. CM