Zeit der Stille

GRENZEN SETZEN UND VERBUNDEN SEIN

Steht Identität mit Verbundenheit zu allem was ist im Widerspruch? Was bedeutet das im Alltag?

Vor einiger Zeit wurde mir die Frage gestellt, wie Verbundenheit zu allem was ist, mit Identität einhergehen könne. Dabei wurde behauptet, dass es nötig sei, Grenzen zu setzten und das könne nur im Bewusstsein der eigenen Identität geschehen.

Das ist richtig und falsch zu gleich, weil es verschiedene Bewusstseinsebenen betrifft.

Die Verbundenheit zu allem was ist, besteht IMMER. Grenzen zu setzten ist davon überhaupt nicht betroffen.

GRENZEN SETZTEN HEISST nicht, nicht verbunden zu sein, sondern
NICHT MEHR IN RESONANZ MIT DEM UNBEWUSSTEN ANTEIL IN UNS ZU GEHEN.

Was bedeutet das konkret?

Jeder kennt das, wir haben Streit, wir regen uns über etwas im Außen unfassbar auf, wir fühlen uns schlecht behandelt, jemand verletzt unsere Grenzen. Der unbewusste Teil in uns reagiert sofort mit allen möglichen Emotionen. Selbst wenn wir uns dann unserer Gefühle bewusstwerden, heißt es noch nicht, dass wir DIE SITUATION BEWUSST ERFASSEN KÖNNEN.

Das bedeutet, es treffen zwei UNBEWUSSTE ANTEILE AUFEINANDER. Sind wir aber unserer Verbundenheit mit allem bewusst, dann können wir Grenzen ohne Emotionen setzen. Doch selbst wenn solche auftauchen, können wir sie als Gefühl benennen, sie zur Gänze zu uns nehmen und durch uns durchfließen lassen. Erst DANN können wir angemessen AGIEREN und müssen NICHT MEHR REAGIEREN.

So gesehen ist Grenzen setzen nicht ein Schutz für UNSERE IDENTITÄT, denn diese BLEIBT IMMER UNBERÜHRT. Es gibt nichts zu schützen im Bewusstsein der Verbundenheit, sondern dem Gegenüber den unbewussten Teil in ihm oder ihr aufzuzeigen. DICH kann das nicht verletzten, denn, auch wenn jemand deine Grenzen missachtet, trägt dieser die Konsequenzen und das ist auch UNBEDINGT notwendig, um dessen Unbewusstheit ihm oder ihr aufzuzeigen und die Möglichkeit diese zu transformieren. JEDES GEFÜHL, DAS BEI DIR AUFTAUCHT, hat ausschließlich mit dir zu tun und KANN AUCH NUR VON DIR BEARBEITET UND GELÖST WERDEN.

Wenn wir das so leben können, sehen wir nach kurzer Zeit, nicht nur, dass GRENZÜBERSCHREITUNGEN INS LEERE LAUFEN, sondern, dass wir nicht mehr Opfer und somit ausgeliefert sind. Wir reflektieren dem sogenannten Täter seine Unbewusstheit. Wir werden zum Lehrmeister des Angreifers ohne dabei besserwisserisch und oder überlegen sein zu müssen, denn WIR SIND IM BEWUSSTSEIN DER VERBUNDENHEIT.

DAS IST EINE UMKEHR DES OPFER/TÄTER PARADIGMAS, denn wir sind keine Opfer mehr, sondern BEWUSSTSEINSMACHER, indem wir mit Grenzen, auch in und mit uns selbst, DAS UNBEWUSSTE ERKENNBAR MACHEN.

Ich wüsche euch, dass Grenzen setzen euch immer leichter fällt, und ihr erkennt wieviel Bewusstsein ihr in euch und anderen damit schaffen könnt. CM

Schreibt mir, wie es euch beim Grenzen setzen geht.
Wenn ihr dabei Hilfe braucht, bin ich gerne für euch da!