Zeit der Stille

DER VERGLEICH

Vergleiche, sind sie Fluch oder Segen?

Ein berühmtes Zitat von Kierkegaard, ein dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller aus der ersten Hälfte des 19.Jhd., lautet:
„DAS VERGLEICHEN IST DAS ENDE DES GLÜCKS UND DER ANFANG DER UNZUFRIEDENHEIT.“

Doch stimmt das immer?

Die Antwort ist ein: Ja, aber…oder Jain!

Wenn der Vergleich darauf abzielt sich in eine Art Konkurrenzkampf zu begeben, der den eigenen Selbstwert unterminiert, dann JA.
Dabei ist es egal, ob du mit anderen oder mit einer früheren Version deiner Selbst konkurrierst. Es führt dazu, dass du dich schlecht fühlst.

Ist der Vergleich weniger ein Konkurrenzkampf als vielmehr eine Art Nachahmung, dann muss man unterscheiden. Zielt die Nachahmung auf eine Vorteilnahme ab, die nicht aus der Tätigkeit selbst entspringt, dann JA.  Ist es hingegen eine Nachahmung bei der du dir dabei Glück und Freude aus dem Tun selbst erhoffst, dann NEIN.

Jetzt könnten Kritiker sagen, dass ein Vergleich nicht das Gleiche wie Nachahmung ist. Auch hier wieder ein „Jain“.
Während der Vergleich ein kognitiver Prozess ist, ist die Nachahmung ein reproduzierender.  Doch beide nutzen den Vergleichsprozess (außer die Imitation bei Neugeborenen, doch selbst da, gibt es ein Erkennen von Relevanz).

Ein sehr liebes Bespiel aus meiner Erfahrungswelt: Ein Kind wollte absolut nicht ins Wasser. Alle Überzeugungs- und Überredungsversuche von Erwachsenen halfen nicht. Selbst das Vormachen wieviel Spaß Wasser machen kann, beeindruckten das Kind nicht. Da kam ein befreundetes Kind, nahm Anlauf und sprang ins Wasser ohne Scheu, ohne Angst und mit sichtlich sehr viel Freude. Da passierte etwas für mich damals Erstaunliches: Das Kind, das zuerst absolut nicht ins Wasser gehen wollte, sprang, etwas zeitverzögert, hinterher. Seitdem liebt dieses Kind das Wasser und hat das Schwimmen für sich entdeckt.

In unserer heutigen Gesellschaft ist es wieder, mehr als früher, opportun geworden zu vergleichen. (Allerdings pochen wir gleichzeitig, so absurd das klingen mag, auf Individualität.) Als Bespiel sei das Wiederaufleben des Notensystems in Volksschulen genannt. Gerade beim Vergleichen von sogenannten Leistungen bei Kindern wird viel von ihrem Selbstwert und Selbstbewusstsein zerstört, viele negative Glaubenssätze kreiert und die Freude am Lernen getötet.

Daher seit vorsichtig mit und bei Vergleichen und geht ihnen auf den Grund!

ICH WÜNSCHE DIR, DASS DU IMMER GENAU WEISST, DASS SO WIE DU BIST, GUT UND VORALLEM IMMER GUT GENUG BIST. CM

Wenn du dabei Hilfe brauchst, bin ich gerne für dich da.