DIE TÄUSCHUNG ÜBER DAS SELBST oder DIE IDENTIFIKATION: Der 2. MARA
Als Siddhartha Gautama (der spätere Buddha) in der Nacht seiner Erleuchtung unter einem Baum saß, griffen ihn die fünf MARAS an. Er konnte sie alle in Blumen = Erkenntnisse verwandeln.
Dabei symbolisieren die FÜNF MARAS verschiedene Ängste, Versuchungen und Verwirrungen, die wir alle haben und unter denen wir auch mal mehr oder weniger leiden.
Die Täuschung ist sehr tiefgehend und wenn man sie einmal durchschaut hat, erschütternd in unserem grundlegenden Glauben über uns selbst. Wenn wir uns darauf einlassen, erleben wir FREIHEIT und FRIEDEN.
Der Text ist daher etwas ausführlicher, weil das Thema so groß ist.
Dieser Mara symbolisiert unsere grundlegende Täuschung über unser Selbst.
Wir glauben:
. Ich bin mein Körper.
. Ich bin meine Gefühle.
. Ich bin meine Wahrnehmung.
. Ich bin mein Wille, meine Impulse.
. Ich bin mein Bewusstsein, oder anders: Ich bin der oder die, der oder die erlebt.
Dieser Mara entsteht genau dort, wo eines dieser ICHs hineingedacht wird.
Er ist gefährlicher als die Leidenschaft, denn er ist still, logisch und überzeugend.
Beispielsätze, die immer noch eine Täuschung des wahren Selbst sind:
Ich bin nicht meine Gedanken – ich bin das reine Bewusstsein.
Mein Körper ist vergänglich, aber mein wahres Selbst bleibt.
Ich beobachte alles neutral, also gibt es ein Beobachter-Ich.
Warum sind das immer noch eine Täuschung?
Weil das Bewusstsein selbst eine Täuschung ist!
Der Kernirrtum ist, das es ein Subjekt hinter der Erfahrung gibt oder anders ausgedrückt die IDENTIFIKATION mit der Erfahrung.
Die naheliegende nächste Frage ist: Da muss doch jemand sein, der erlebt?!
Buddha/ Siddharta aber erkannte:
Es gibt Erleben,
Es gibt Wahrnehmen,
Es gibt Bewusstsein,
aber KEIN UNABHÄNGIGES SUBJEKT.
Soll heißen, all das ist im ständigen Wandel und abhängig von Bedingungen.
Die Täuschung über Körper, Gefühle, Wahrnehmung, Leidenschaft fällt. Zum Schluss fällt der letzte Halt: Ich bin bewusst.
Wie schon bei der Leidenschaft wird auch die Täuschung NICHT BEKÄMPFT, SONDERN DURCHSCHAUT.
Man kann auch sagen: Alles was als VERGÄNGLICH erkannt wird, KANN NICHT ICH sein.
ES BLEIBT ALSO DAS ERLEBEN, DAS WAHRNEHMEN UND DAS BEWUSSTSEIN, ABER WIR IDENTIFIZIEREN UNS NICHT MEHR DAMIT.
Um jetzt etwas praktischer zu werden, können wir uns fragen:
Ist mein Bewusstsein bedingt?
Verändert es sich?
Kann ich es besitzen?
Buddha sagt über die 5 grundlegenden Täuschungen:
„FORM IST NICHT DAS SELBST.
GEFÜHL IST NICHT DAS SELBST.
WAHRNEHMUNG IST NICHT DAS SELBST.
GEISTESFORMATIONEN SIND NICHT DAS SELBST.
BEWUSSTSEIN IST NICHT DAS SELBST.
WAS VERGÄNGLICH IST, IST LEIDHAFT
WAS LEIDHAFT IST, KANN NICHT ALS:
DAS BIN ICH,
DAS IST MEIN,
DAS IST MEIN SELBST,
BETRACHTET WERDEN.“
Ein weiteres Zitat:
„IM GESEHENEN SEI NUR DAS GESEHENE.
IM GEHÖRTEN NUR DAS GEHÖRTE.
IM GEDACHTEN NUR DAS GEDACHTE.
WENN FÜR DICH IM GESEHENEN NUR DAS GESEHENE IST,
DANN BIST DU WEDER HIER NOCH DORT NOCH DAZWISCHEN.
DAS ALLEIN IST DAS ENDE DES LEIDENS.“
Ich wünsche euch das Erkennen der Täuschungen, die euch leiden lassen und das befreiende Gefühl dabei. Seid BITTE geduldig und liebevoll mit euch selbst! Das sind sehr markerschütternde Erfahrungen und die brauchen euer ganzes Mitgefühl und Präsenz.
Ich weiß, dieses Thema ist sehr schwierig, wenn du daher Hilfe brauchst, bin ich gerne für dich da. Bei Interesse kann ich gerne auch eine Meditation dazu anleiten. CM