Zeit der Stille

MACHT UNSERE GESELLSCHAFT AUS MENSCHEN OBJEKTE?

Interview mit GERALD HÜTHER mit den Fragen: Macht unsere Gesellschaft aus Menschen Objekte? Wie kommt das zustande? Was können wir dagegen tun?

Vor einigen Tagen sah ich ein sehr spannendes Interview mit GERALD HÜTHER, ein bekannter deutscher Neurobiologe, der sich intensiv mit Gehirnforschung auseinandersetzt.

Hüther sagt, UNSERE GESELLSCHAFT MACHT AUS MENSCHEN OBJEKTE.

Was meint er damit?

Er erklärt das so:
Indem Eltern ihre Kinder zu Objekten ihrer eigenen Wüsche, Hoffnungen, Erwartungen, unerfüllte Träume, usw. machen, erlebt das einzelne Kind erstmals, dass es, so wie es ist, nicht in Ordnung ist. Damit schrumpft die ganze Wahrnehmungswelt und Aufmerksamkeit des Kindes auf die Behebung dieses Problems.
Das Kind entwickelt daraus eine von zwei möglichen Verhaltensmustern:
1) Es kopiert das Verhalten, indem es auch andere zu Objekten macht, und anfängt genauso zu bewerten, mit z.B. blöder Papa oder Mama, doofe LehrerInnen oder Ähnlichem.
oder
2) Es macht sich selbst zum Objekt, und meint dann über sich selbst nicht liebenswert, nicht gescheit genug, nicht schön genug, etc. zu sein.

Die daraus resultierenden Lernerfahrungen sind:
. MANIPULATION
. und das ZIEL, BESSER SEIN ZU WOLLEN ALS ANDERE. Dabei geht es dann nicht mehr um das Wissen oder die Fähigkeit an sich.

Hüther meint weiter dazu, dass dieses Verhalten sich in unserer Gesellschaft durchzieht, in Beziehungen, wie z.B. LehrerInnen – SchülerInnen, Vorgesetzte – Mitarbeiter, Ärzte – PatientInnen, usw…
Das bedeutet, dass überall wo Machtverhältnisse ungleichgewichtet sind, resultiert daraus eine Wertigkeit.

Ich möchte noch einen Schritt weiter gehen und das auf alle Arten der Beziehungen ausweiten. Selbst bei scheinbar gleichmächtigen Beziehungen, wie z.B. Liebesbeziehungen, verhalten wir uns oft so, wenn wir uns dessen nicht bewusstwerden.

Wenn wir uns als INDIVIDUEN sehen und danach leben, dann können wir erkennen wie EINZIGARTIG jeder von uns ist und wie BEREICHERND, BEFREIEND UND WERTSCHÄTZEND das sein kann. Jede Art von Hierarchie, Vergleiche, Manipulation, Überhöhung und oder Abwertung über andere wird überflüssig.  Das verwandelt unser ganzes Leben, von VERÄNDERTEN PRIORITÄTEN und BEDÜRFNISSEN über ERWEITERTE PERSPEKTIVEN bis hin zum ERKENNEN UNSERES WAHREN SELBST.

Ich wünsche euch, dass ihr eure Einzigartigkeit jeden Tag mehr spüren, erleben und leben könnt. CM