DIE LEIDENSCHAFT, DIE LEIDEN SCHAFFT: DER ERSTE MARA
Als Siddhartha Gautama (der spätere Buddha) in der Nacht seiner Erleuchtung unter einem Baum saß, griffen ihn die fünf MARAS an. Er konnte sie alle in Blumen = Erkenntnisse verwandeln.
Dabei symbolisieren die FÜNF MARAS verschiedene Ängste, Versuchungen und Verwirrungen, die wir alle haben und unter denen wir auch mal mehr oder weniger leiden.
Wenn wir LEIDENSCHAFTEN als Dinge erleben, die LEIDEN SCHAFFEN, dann ist es an der Zeit, sich das genauer anzusehen.
Der Mara der Leidenschaft symbolisiert Gier, Hass, Eifersucht, Stolz, Anhaftung. Er repräsentiert alle Emotionen und Begierden, die den Geist unruhig machen.
- INNERLICH: Er wirkt in dem wir VERLANGEN oder WUT spüren und die KLARHEIT VERLIEREN. Wir identifizieren uns zu sehr mit unseren Gefühlen.
- ÄUSSERLICH: Die Versuchungen der Welt (wie z.B.: Reichtum, Sinnesfreuden) locken den Geist weg von Meditation und Einsicht. Auch der Druck durch gesellschaftliche und eigene Erwartungen und Machtbestrebungen können die Achtsamkeit stören. Präziser ausgedrückt: Die äußeren Ablenkungen erzeugen eine innere Unruhe (zu unterscheiden vom Mara der Versuchung).
Wie überwand Siddhartha diesen Mara und wie verwandelte er ihn in Blumen?
- ER ERKANNTE DIE VERGÄNGLICHKEIT ALLEN VERLANGENS UND ALLER BEGIERDEN. In der modernen Psychologie hat man erkannt, dass großes Verlangen schon nach wenigen Minuten abklingen kann, wenn man lernt zu widerstehen.
- ER ÜBTE ACHTSAMKEIT. Das Entstehen, das Verweilen und das Vergehen von Gefühlen ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Das erscheint mir gerade in unseren unsicheren Zeiten eines der wesentlichsten Dinge überhaupt zu sein. Wenn wir lernen nicht auf alles sofort reagieren zu müssen, sondern uns erstmal genau ansehen, was da in uns passiert, können wir uns selbst und anderen viel Schmerz und Leid ersparen.
- SIDDHARTHA PRAKTEZIERTE MITGEFÜHL auch MIT SICH. Anstatt die Leidenschaften, die ihn heimsuchten zu verdammen oder sie zu unterdrücken, sah er sie KLAR und LIEBEVOLL. Wir sind alle viel zu streng mit uns und unseren Mitmenschen. Wir be- und verurteilen viel zu schnell. Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln ist nicht so einfach, dazu müssen wir erstmal alle Konditionierungen und Glaubenssätze, die uns klein machen, aufgeben. Wir sind MENSCHEN und wir machen Erfahrungen, die uns, wenn wir es zulassen, weiser und mitfühlender werden lassen. Das erscheint mir ein besonders erstrebenswertes Ziel zu sein, wenn es im Außen immer weniger friedlich wird.
- DIE VERWANDLUNG DES MARAS DER LEIDENSCHAFT IN BLUMEN (der Erkenntnis):
GIER kann sich durch DIE ERKENNTNIS DER VERGÄNGLICHKEIT ALLER DINGE in DANKBARKEIT UND ZUFRIEDENHEIT verwandeln.
HASS wird durch MITGEFÜHL UND VERSTÄNDNIS zu LIEBE.
STOLZ wird durch der EINSICHT DES NICHT-SELBST zu DEMUT und SELBSTBEWUSSTSEIN.
UNWISSENHEIT und VERBLENDUNG wird durch die EINSICHT IN URSACHE UND WIRKUNG zu KLARHEIT und
UNSICHERHEIT und ANGST wird durch VERTRAUEN, MUT und INNERER STABILITÄT zu GELASSENHEIT und STÄRKE
Daraus entsteht die GESTIGE REINHEIT, SCHÖNHEIT und INNERE RUHE.
Ich wünsche dir, dass deine Leidenschaften, die Leiden schaffen, sich in Blumen der Erkenntnisse verwandeln und du so frei und dankbar deinen Weg gehen kannst.
Wenn du dabei Hilfe brauchst, bin ich gerne für dich da. CM