In Zeiten großer Trauer müssen oft sehr viele Dinge organisiert, gemacht, überdacht und geändert werden.
WIR MÜSSEN FUNKTIONIEREN!
Jetzt haben wir als Menschen die Fähigkeit, das gut zu bewerkstelligen. Allerdings tricksen wir uns dabei oft selber aus. In Zeiten, in denen wir sehr beschäftigt sind, schalten wir unsere Gefühle ab. Auf einmal ist da sehr wenig Traurigkeit. Vielleicht wundern wir uns darüber und ganz oft sind wir sehr froh darüber. Es tut auf einmal nicht mehr so weh.
Doch dann geht es erst so richtig los: Warum trauere ich nicht? Ich müsste doch traurig sein. Ich habe es bereits überwunden. Das ging aber schnell, darf das denn so sein. Bin ich so gefühlskalt?………..
Alle Glaubenssätze, die wir so über „wie etwas zu sein hat“ gesammelt haben, brechen auf. Unsere Gedanken bringen uns wieder ganz runter. Da wir aber „glücklicherweise“ so viel zu tun haben, können wir auch diesen Gedanken entfliehen, denn nichts anderes ist es:
WIR FLIEHEN!
Die gute Nachricht, solange wir uns bewusst sind, dass Trauerphasen auch Umbruchsphasen sind, und es überaus nützlich sein kann, nicht von unseren Gefühlen überwältigt zu werden, können wir uns BEWUSST AUSZEITEN NEHMEN.
Das gilt für die eine, wie für die andere Phase.
Wir müssen Dinge erledigen, also schieben wir ganz bewusst unsere Gefühle für diese Zeit zur Seite.
Doch genauso sollten wir uns SEHR BEWUSST ZEIT FÜR UNS SELBST NEHMEN:
Zeit, in der Raum für unsere Gefühle entsteht,
Zeit, um in den Körper hineinzuhören,
Zeit, um wieder ganz in Kontakt mit sich selbst zu kommen.
Das ist nicht sehr angenehm, denn dann kommt, oft mit voller Wucht, die Trauer wieder.
Machen wir das nicht, kann uns auf der einen Seite passieren, dass die trügerische Nicht-Traurigkeit, uns solange beschäftigt hält, bis wir total erschöpft und ausgelaugt sind, bis hin zu einem Zusammenbruch oder sogar Burnout.
Auf der anderen Seite kann es sein, dass uns die Trauer so sehr überwältigt, dass wir die notwendigen Dinge für den Umbruch, die Wende nicht schaffen.
Beides bringt uns nicht weiter, und wir verpassen das große Potential, das in diesen Zeiten steckt. Dazu in meinem nächsten Post mehr.
Natürlich kann man nicht alles so genau steuern und kontrollieren.
Es gilt: Je genauer ich mich beobachte, wie ich mich fühle, wie meine Gedanken sich oft überschlagen, welche Glaubenssätze da auftauchen, desto besser lerne ich, auch in Ausnahmesituationen und Zeiten großer Trauer, damit umzugehen.
Vermeintlich „überwältigt“ zu werden oder vorübergehend „gefühlskalt“ zu sein, beides brauchen wir nur beobachten, registrieren und zulassen.
Wenn wir alle Bewertungen und Glaubenssätze bewusst weglassen, dann ist es wie in meinem vorigen Blog beschrieben, nur eine, wenn auch oft hartnäckige und manchmal langwierige, Gefühlskategorie, die wieder verschwindet, wenn sie voll durch-lebt wurde. Was bleibt ist IMMER DIE REINE LIEBE.
Ich wünsche euch, dass ihr euch gut in schwierigen Zeiten beobachten könnt und so herausfindet, was euch wirklich gut tut. Das ist nicht immer der einfache Weg, aber immer der lohnende zu euch selbst! CM
Wenn du dabei Hilfe braucht, bin ich gerne für dich da!