Zeit der Stille

INNERER FRIEDEN

Innerer Frieden ist eine Haltung, die ein Handlung ohne Hass, Angst, Verzweiflung, Bedürftigkeit und Aggression erst möglich macht.

Eigentlich wollte ich heute über den Unterschied zwischen Perfektion und Vollkommenheit schreiben. Und entfernt hat das auch damit zu tun. Aber dazu einander Mal mehr.

Aus gegebenem Anlass möchte ich mich der Frage widmen:
WIE FINDE ICH INNEREN FRIEDEN IN ZEITEN VON VERMEHRTEN KRIEGERISCHEN AUSEINANDERSETZUNGEN UND UMBRÜCHEN SEIEN SIE GLOBAL, REGIONAL ODER IN MEINEM LEBEN?

Dazu möchte ich zwei Zitate von MARCUS AURELIUS, röm. Kaiser im 2Jhd und Stoiker, bringen:

. „Du hast die Macht über deinen Geist, nicht über äußere Ereignisse. Erkenne dies, und du wirst Stärke finden.“
. „Nirgends findet der Mensch eine ruhigere und ungestörtere Zuflucht als in seiner Seele.“

Doch INNERER FRIEDEN bedeutet nicht Passivität. Vielmehr IST es EINE HALTUNG, DIE HANDELN OHNE HASS, ANGST, VERZWEIFLUNG, BEDÜRFTIGKEIT UND AGGRESSION ERST MÖGLICH MACHT.

Viele philosophische und spirituelle Traditionen reflektieren genau das.

Warum fällt es uns so schwer?

  • Evolutionär sind wir auf das Erkennen von Gefahren ausgerichtet. Allerdings haben wir das soweit kultiviert und tradiert, dass wir unser ganzes Leben auf Fehlersuche sind, selbst dann wenn keinerlei Gefahr vorhanden ist.
  • Wir versuchen Dinge zu kontrollieren, die wir nicht in der Hand haben. Die Suche nach Glück und Zufriedenheit hängt nicht von äußeren Umständen ab. EPIKTET, auch Stoiker im 2. Jhd., sagt dazu: „Es ist nicht das was passiert, sondern wie du darauf regierst, was zählt.“
  • Unser Geist produziert ständig Geschichten, die sich aus der Vergangenheit, Glaubenssätzen, Erziehung, äußeren Einflüsse und Erfahrungen speisen. So projiziert er mögliche Zukunftsszenarien. Ich nenne ihn daher ERZÄHLGEIST. Dabei übersieht er das JETZT, der einzige Augenblick, in dem wir WIRKLICH leben. Nichts von all dem, was er uns erzählt, was passieren wird oder könnte, ist bereits eingetroffen. Nur das JETZT ist das Feld ALLER Möglichkeiten.
  • Wir identifizieren uns ständig mit vergänglichen Dingen. Unser Selbstbild ist gespeist von Dingen, die wir besitzen, vermeintlichen Erfolgen und ebenso vermeintlichen Niederlagen, unserer Herkunft, unserer Nationalität, Religion, Ausbildung, usw.….. Doch sind wir das wirklich?
    Jede Seele ist wie der jetzige Augenblick – das Feld allen Seins – das Feld aller Möglichkeiten – ohne Bewertung, Eigenschaften, Zuschreibungen, Projektionen, Erwartungen und Vorstellungen.

Was also ist zu tun, um den inneren Frieden zu erlangen und zu wahren?

  • SEI LIEBEVOLL UND GEDULDIG MIT DIR! Es gibt keine Fehler im eigentlichen Sinn, nur Lernaufgaben. Denk an Kinder, die gehen lernen. Sie fallen hunderte Male hin. Sie stehen immer wieder auf und probieren es weiter. Sie denken sich nicht, dass sie jetzt etwas falsch oder nicht gut gemacht haben. Keiner bewertet sie! Oder hast du schon einmal gehört, dass jemand zu einem Kind sagte: Heute bist du nur befriedigend gegangen, weil du fünf Mal hingefallen bist?
  • Versuche nicht Dinge zu verändern, die nicht in deiner Macht sind! D.h. nicht passiv zu sein, sondern sich die Frage zu stellen: WILL ICH KONTROLLIEREN ODER WILL ICH ETWAS ERSCHAFFEN?
  • GLAUB NICHT ALLES WAS DU DENKST! Unser Erzählgeist ist mächtig – ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.
  • Das ist eines der hartnäckigsten Dinge – unsere anerzogene und selbstgebastelte Identität. Doch auch da kannst du dir angesichts der Vergänglichkeit fragen: BIN ICH DAS WIRKLICH? IST DAS WIRKLICH DAS WAS MICH AUSMACHT?

Ich wünsche dir die Stille und die Ruhe in dir, die deinen inneren Frieden speist.

Wenn du Lust hast, schreib mir, wie du deinen inneren Frieden erlangst und wahrst.
Solltest du dabei Unterstützung brauchen, bin ich gerne für dich da. CM