Im letzten Teil meiner Miniserie über die Liebe, möchte ich den Blick noch einmal vertiefen.
Zu Beginn, ein Gedicht von Erich Fried, das die verschiedenen Glaubenssätze über die Liebe zeigt:
WAS ES IST
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vernunft
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
Kein mir bekannter Text, zeigt so deutlich die inneren Widerstände und bleibt der Liebe dabei so treu.
LIEBE GENÜGT NUR DER LIEBE UND DOCH IST SIE EINE LEBENSHALTUNG, DIE IN DIE FREIHEIT FÜHRT.
Benedikt XVI schreibt dazu: „Wer liebt wird frei, wer wahrhaftig liebt, wird über sich selbst hinausgeführt.“
Oder Hermann Hesse: „Frei sein, heißt lieben zu können.“
WAS BEDEUTET DAS KONKRET?
WIE LIEBT MAN WAHRHAFTIG?
WIE ERLANGT MAN DIESE FREIHEIT?
Nach meiner Erfahrung, brauchst du dazu vor allem INNERE KLARHEIT.
FÜRSORGE: auch für DICH selbst. Wer nicht gut für sich selbst sorgt, wird in einer Beziehung leicht bedürftig und oder abhängig.
VERANTWORTUNG: Du bist nicht für alles verantwortlich, was in deinem Leben geschieht, aber sehr wohl wie du darauf reagierst. Deine Gefühle sind deine Gefühle. Sie entstehen in dir. Der andere mag sie ausgelöst haben, doch nur DU kannst sie auflösen. Das heißt nicht, dass Handlungen keine Konsequenzen haben, doch sie sollten nicht aus der Emotion heraus, sondern aus deinem Herzen und aus deiner FÜRSORGE für dich selbst, getroffen werden.
HOCHACHTUNG vor dem Weg des anderen. Jeder Mensch muss Erfahrungen machen, auch schmerzhafte. Liebe heißt nicht, alles verhindern zu müssen. Im Gegenteil, das bedeutete, den Partner nicht ernst genug zu nehmen, ihm oder ihr nicht genug zuzutrauen.
WERTSCHÄTZUNG: Es ist essentiell, den anderen so zu sehen, wie er oder sie ist, nicht wie du ihn oder sie haben möchtest.
TREUE: Gemeint ist die Treue zu dir selbst. Verliere dich oder verbiege dich niemals in einer Beziehung, um entweder den Frieden zu wahren oder deinen Partner nicht zu verlieren. Es ist va. in einer Beziehung sehr wichtig zu sich zu stehen, seine Bedürfnisse genauso ernst zu nehmen, wie die des Partners, auch wenn das Konfrontation bedeutet.
Das alles trägt dazu bei Freiheit zu erlangen.
Freiheit von Angst, Besitzdenken und von Vorstellungen wie Beziehungen sein sollen.
Doch die wahrhaftige Liebe kann man nicht definieren, man muss sie er-leben.
Rilke schreibt in Briefe an einen jungen Dichter: „Es gibt nur einen Weg, Liebe zu lernen, indem man liebt.“
Aus meiner Perspektive und nach meiner Erfahrung ist die wahrhaftige und bedingungslose Liebe eine Art Grundgeräusch, das immer da ist, was auch passiert. Sie garantiert nicht das ewige Glück, nicht einmal ein gemeinsames Leben. Doch sie fordert dich immer auf, eine bessere Version deiner Selbst zu sein, sie bringt dich immer in deine Essenz, zu deinem wahren Ich. Gleichzeitig führt sie dich in eine Art Freiheit, Urvertrauen und Ruhe, die jenseits jeder Begrifflichkeit steht. Und doch stehe ich erst am Anfang dieses Weges. Jeden Tag lerne, erkenne und erfahre ich noch mehr, wie unfassbar groß, mächtig, transformierend und allumfassend wahre und bedingungslose Liebe ist und sein kann.
Ich wünsche dir diese wahrhaftige und bedingungslose Liebe!
Diese Liebe will erfahren werden, nicht aus Büchern und Texten oder von Weisen gelehrt.
Doch es braucht Mut, alte Glaubenssätze, Verletzungen, Ängste und andere einschränkenden Erfahrungen zu lösen und zu heilen, die auf dem Weg zu ihr liegen.
Wenn du diesen Weg nicht alleine gehen möchtest, begleite ich dich gerne ein Stück.
Alles Liebe – im wahrsten Sinn des Wortes! CM