Heute ein Zitat von ROGER WILLEMSEN aus dem kleinen Büchlein: WER WIR WAREN
„Wir agierten auf der Schwelle – von der Macht des Einzelmenschen zur Macht der Verhältnisse. Von Macht der Verhältnisse in die Entmündigung durch Dinge, denen wir Namen gaben wie „System“, „Ordnung“, „Marktsituation“, „Wettbewerbsfähigkeit“. Ihnen zu genügen, nannten wie „Realismus“ oder „politische Vernunft“. Auf unserem Überleben bestanden wir nicht. Denn unser Kapitulieren war ein „Mit-der-Zeit-gehen“.
Diese Analyse ist in ihrer Klarheit hart und traurig.
Doch was können wir dagegen tun?
Wir könnten wieder damit anfangen, uns selbst wichtiger zu nehmen. Unsere Bedürfnisse wieder wirklich zu spüren und nicht in Ersatzbefriedigungen, die uns als Glücklichmacher verkauft werden, zu ersticken. Eine stärkere Verpflichtung für sich selbst übernehmen und selbstfürsorglich zu leben ist gar nicht so einfach. Die Ablenkungen und Süchte sind so vielfältig wie das Leben selbst. Die Likes bei einem Post, die Markenbrille, das teure Auto, der wunderbare Urlaub, das endlose Scrollen auf sozialen Medien, immer neue Beziehungen, usw.. sind für einen kurzen Augenblick wunderbar. Doch die Abstände müssen immer kürzer und die Attraktionen immer mehr werden. Langlebig ist da gar nichts.
Die Fragen, die sich jeder von uns stellen kann:
. Bin ich das wirklich?
. Macht das meinen Wert aus?
. Oder verstreicht so mein Leben, das so sehr im Außen orientiert war, dass eine Innenschau erschreckend, angsteinflößend und fremd wird?
Um Systeme zu sprengen, ist es nicht genug sie anzuprangern, man muss mit der Arbeit an sich selbst beginnen. Wir müssen unser Menschsein wieder entdecken – jeder für sich.
Ich wünsche euch einen Tag, in dem ihr ganz bei euch sein könnt und die Sonne im Gesicht, der Vogel, der zwitschert, eine Umarmung, ein liebes Wort euch mit Dankbarkeit und Freude erfüllt. CM
Nützliche Alltagstipps dazu in MOMENT DER STILLE: WAS MACHT MICH JEDEN TAG GLÜCKLICH?