Vielleicht kennen einige den Roman von Dostojewski. In diesem wird sehr eindrucksvoll geschildert, wie durch eine falsche Wahrnehmung der Dinge, man ideologisch verblendet und versuchen kann, furchtbare Taten so zu rechtfertigen.
Doch es muss nicht immer so drastisch sein.
Schuld ist ein sehr mächtiges Gefühl und wie immer man es dreht, es bleibt nicht aus, die Verantwortung für das was man denkt und tut zu übernehmen. Sich zu bestrafen oder bestraft zu werden, gilt dann praktisch als Erlösung.
Aber stimmt das so?
Schuld ist das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben. Dabei ist es weder wichtig, ob es tatsächlich vor anderen so ist oder nicht. Wir streben nach Erlösung, wie vor allen unangenehmen Gefühlen.
Aus meiner Sicht ist nicht die Bestrafung die Erlösung, sondern die Bewusstwerdung. Diese kann sehr schmerzhaft sein, je nachdem wie sehr wir uns verrannt haben (auch in unseren Gedanken über uns selbst). Daher ziehen es viele Menschen vor, sich dieser nicht zu stellen, sondern entweder zu fliehen, sich abzulenken, Rechtfertigungen und oder die Absolution im Außen zu suchen. Doch letztlich gibt es kein Entrinnen und wir müssen den eigenen und den Schmerz der anderen fühlen, ohne uns darin zu verlieren, umso Mitgefühl zu entwickeln, anderen und sich selbst gegenüber. Im Erkennen das Bewusstwerdung ein Prozess ist, kann das Gefühl der Schuld abfallen und wir in liebender Güte zu uns selbst und zu allen Wesen die Erlösung oder besser die Befreiung finden.
Ich wünsche euch einen schönen Tag, in dem liebende Güte zu euch selbst und untereinander viel Platz hat. CM