In Teil 4 und 5 beschreibe ich, was das C und H im REACH Modell der Positiven Psychologie bedeutet, und warum das wesentliche Schritte im Vergebungsprozess sein können.
Wir erinnern uns:
R steht für RECALL, den Schmerz der Verletzung zu sich nehmen und nochmals zu durchfühlen.
E steht für EMPATHIE, den Versuch den Standpunkt des Täters/Verursachers/Triggers einzunehmen.
A heißt in diesem Modell das ALTRUISTISCHE GESCHENK DER VERGEBUNG.
Zunächst das C für COMMIT TO FORGIVE:
Während wir bei dem Geschenk der Vergebung A uns klar machen, dass wir nur in unsere Freiheit kommen, wenn wir uns dessen BEWUSST-WERDEN, kommen wir jetzt ins HANDELN. Das bedeutet, wir setzen eine bewusste Entscheidung, die im AUSSEN EINE ENTSPRECHUNG findet.
Das kann in vielfältiger Weise passieren, ein RITUAL, EIN BRIEF, EIN INNERES VERSPRECHEN, EIN SATZ,….
Auf alle Fälle hilft ein SYMBOLISCHER AKT.
Dieser muss nicht zwangsläufig dem Menschen gegenüber sein, dem wir verzeihen wollen.
Wir erinnern uns: Verzeihen ist in erster Linie eine Entwicklung in und mit uns selbst.
WIR VERPFLICHTEN UNS, UNS SELBST GEGENÜBER, ZU VERGEBEN oder anders ausgedrückt,
WIR HABEN KLARHEIT,
WIR LEGEN UNS FEST.
Dieser Schritt kann in unserem Kopf, in unseren Gedanken zuerst stattfinden oder im Herzen. Wer auch immer als Erster diesen Schritt macht, WICHTIG ist auch hier wieder:
SEI GEDULDIG UND MITFÜHLEND MIT DIR!
Denn auch hier gilt, die 40 cm zwischen Kopf und Herz sind oft die größte Herausforderung auf diesem Weg.
Es wird Tage und Momente geben, in dem wir es leicht schaffen zu verzeihen und dabei zu bleiben und Tage, an denen unsere kognitive Dissonanz, unsere Zweifel, unser Schmerz scheinbar Überhand gewinnt.
Das führt uns zum letzten Schritt:
H für HOLD ON TO FORGIVENESS:
Wir sind Menschen!
Wir haben Gefühle und diese kommen und gehen. Selten sind sie von Dauer, abgesehen von bedingungsloser Liebe, doch das ist ein komplett eigenes Kapitel.
Das bedeutet, auf dem Weg der Vergebung wird es vorkommen, dass unser Groll, unser Ärger, unsere Wut, unsere Ohnmacht, unsere Zweifel, kurz unser Schmerz wieder aufflammt.
Doch wisse, es sind ALTE GEFÜHLE. Sie sind kurz da, um uns zu zeigen, dass die Sache noch nicht ganz durch ist. Nicht mehr und nicht weniger! Da wir eine VERPFLICHTUNG UNS SELBST GEGENÜBER eingegangen sind, beeinflussen sie nicht mehr unser Handeln.
WIR REGISTRIEREN SIE.
WIR ERKENNEN, dass wir noch ein Stück des Weges vor uns haben.
WIR BEDANKEN UNS, dass wir durch unsere Gefühle darauf aufmerksam gemacht wurden.
DAS IST ALLES.
Und wieder ist es unerlässlich und immens wichtig:
SEI VERSTÄNDNISSVOLL, MITFÜHLEND und LIEBEVOLL MIT DIR SELBST!
Ich wünsche euch, dass euch die Schritte zur Vergebung leichtfallen und ihr erkennen könnt, welche unfassbare Freiheit Vergebung bringt! CM